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Weingut und Weinberge von Du Toitskloof im Breedekloof Valley

Breedekloof, Südafrika

Aus sechs Weinbauern wurde ein Haus

  • Gegründet 1962
  • Erste Ernte 1963
  • Trauben aus zehn Kilometern Umkreis

Du Toitskloof

Karte der Umgebung mit Kapstadt, Paarl, Rawsonville; der hervorgehobene Punkt markiert das Weingut Du Toitskloof bei Rawsonville

Auf der Karte

Wo das liegt

Du Toitskloof steht bei Rawsonville im Westkap, am Fuß der Berge, die dem Gut den Namen geben. Das Breedekloof-Tal ringsum liegt weiter im Landesinneren als Paarl.

Die meisten Weingüter tragen den Namen einer Familie. Dieses nicht. Hier haben Nachbarn ihre Weinberge zusammengelegt, weil keiner von ihnen allein genug hatte, und dabei ist es geblieben.

Der Zusammenschluss von damals ist bis heute die Arbeitsweise. Was in den Keller kommt, wächst in Sichtweite, und wer hier den Wein macht, bleibt lange.
Mitarbeiter von Du Toitskloof bei der gemeinsamen Arbeit im Weinkeller
Gegründet 1962
Erste Ernte 1963
Trauben aus zehn Kilometern Umkreis
Breedekloof, Südafrika
Luftaufnahme der Kellerei mit Dachaufschrift „DuToitskloof Wines Rawsonville", Tanks, Gärten und Weinbergen, Berge im Hintergrund

Sechs Weinbauern, ein Entschluss

Wer dahintersteht

1962 beschlossen sechs Weinbauern der Gegend, ihre Weinberge und ihre Erfahrung zusammenzulegen. Die 18 Hektar für die gemeinsame Kellerei kauften sie einem der ihren ab, und 1963 nahm der Betrieb die ersten Trauben an.

Angefangen hat das Haus als Fassweinerzeuger. Der Wein ging in Tanks zu anderen, die ihn abfüllten und ihren Namen daraufsetzten. Erst ab den frühen neunziger Jahren richtete sich der Betrieb auf eigene Flaschen aus. Heute führt Marius Louw den Betrieb als Geschäftsführer. Im Keller steht der Winzer Shawn Thomson.

Abgeerntete, unbelaubte Rebstöcke im Gegenlicht, Bergkette im Hintergrund

Zehn Kilometer, mehr nicht

Warum es hier anders schmeckt

Die Trauben kommen von den Betrieben der Mitglieder, und der überwiegende Teil wächst im Umkreis von zehn Kilometern um den Keller. Zwischen Lese und Presse liegt selten mehr als eine kurze Fahrt. Auf diesen zehn Kilometern liegt trotzdem eine große Bandbreite, von kühlen Berghängen bis zu Schwemmböden, die Wasser gut halten. Daraus entsteht die Vielfalt des Sortiments.

In heißen Sommern werfen die Berggipfel am späten Nachmittag Schatten auf die Rebzeilen. Die Trauben reifen langsamer, und langsame Reife ist der Grund, warum die Weißweine hier nach Guave, Stachelbeere und Litschi schmecken statt nach reiner Süße.

Bewässert wird ergänzend zum Regen und nicht nach Kalender. Messgeräte zeigen, wie viel Wasser noch da ist. Die Laubwand, also die Blätter über den Trauben, wird so geführt, dass die Trauben im eigenen Schatten hängen. Gelesen wird, wenn die Beere wirklich ausgereift ist, wenn also auch Schale und Kerne so weit sind, nicht nur der Zuckerwert.


Du Toitskloof Winzer Shawn Thomson im Weinkeller

Drei Kellermeister in 60 Jahren

Wie der Wein entsteht

Im Keller stehen Edelstahl und Holz nebeneinander. Welches Gefäß ein Wein bekommt, entscheidet sich nach Rebsorte und Stil. Verantwortlich ist der Winzer Shawn Thomson mit seinem Team. Betont wird die gemeinsame Arbeit, nicht eine einzelne Handschrift.

Eine Zahl sagt über dieses Haus viel. In sechs Jahrzehnten hatte es genau drei Kellermeister. Wo anderswo alle paar Jahre eine neue Handschrift beginnt, ist hier Weiterentwicklung eine lange Linie.

Alte, knorrige Rebstöcke im Abendlicht bei Du Toitskloof im Breedekloof, dahinter die Berge des Westkaps

Alte Reben, gemeinsame Sache

Was das Haus sonst ausmacht

Ein Stück Weinberg ist besonders: ein 1985 gepflanzter Sauvignon-Blanc-Block, der erste Sauvignon Blanc des Betriebs. Diese Reben gehören heute zum südafrikanischen Old Vine Project: 40 Jahre alte Stöcke, aus denen bis heute Wein gemacht wird.

2014 taten sich Winzer des Breedekloof zusammen, um gemeinsam eine Rebsorte nach vorn zu bringen. Chenin Blanc, für die Initiative die große weiße Traube Südafrikas. Jedes Gut bringt seinen eigenen Chenin Blanc heraus. Nebeneinander zeigen sie, wie unterschiedlich dieselbe Traube auf wenigen Kilometern ausfällt. Du Toitskloof gehört von Anfang an dazu, ein Zusammenschluss wie schon 1962.

Seit 2005 trägt Du Toitskloof nach eigenen Angaben Fairtrade-Projekte in der Region mit. Davon profitieren jährlich über 3.000 Menschen, unter anderem über zwei Kindertagesstätten.

Drei Kellermeister in sechzig Jahren: Wer so selten neu anfängt, muss nicht jedes Jahr beweisen, dass er anders ist als sein Vorgänger.

Verkostungsraum von Du Toitskloof mit Holzfässern im Vordergrund, Weinregal und einem Gemälde an der Wand

Ein Nachmittag auf dem Gut

Wenn man hinkommt

Im Verkostungsraum kommen zu jeder Verkostung Brot und Olivenöl auf den Tisch, dazu Käseplatten, die zu den jeweiligen Weinen zusammengestellt werden. Im Winter gibt es hausgemachte Suppe.

An den Wänden hängen wechselnde Ausstellungen. Alle drei Monate eröffnet eine neue, mit einem Glas Wein und einem kurzen Gespräch mit der Künstlerin oder dem Künstler. Kinder haben einen eigenen Spielbereich, Hunde dürfen mit, und über das Gelände führen Mountainbike- und Laufstrecken.

Elke Bastert, Inhaberin Weinkontor Bastert

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