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Moderner Restaurant-/Verkostungsbau mit offener Terrasse im Abendlicht, Rosenbeet und Bergkette

Franschhoek, Südafrika

Seit 1694 Wein, seit 1982 von Arnim

  • 30 Hektar
  • Chardonnay und Pinot Noir

Haute Cabrière

Karte der Umgebung mit Kapstadt, Stellenbosch und Paarl; der hervorgehobene Punkt markiert Haute Cabrière bei Franschhoek

Auf der Karte

Wo das liegt

Von Kapstadt aus geht es nach Osten, vorbei an Stellenbosch und Paarl, bis nach 64 Kilometern Franschhoek kommt. Der Ort liegt in einem Tal, das von drei Seiten von Bergen umschlossen ist, und genau das prägt den Wein.

Ein französischer Hugenotte legte diese Farm an, lange bevor hier jemand an Schaumwein dachte. Jahrhunderte später kaufte sie eine Familie deutscher Abstammung. Und begann ausgerechnet damit.

Chardonnay und Pinot Noir, die beiden Champagner-Trauben, sind hier keine Nebensache, sondern das Programm. Und die erste Schaumweinreihe trägt den Namen des Mannes, der das Land als Erster bekam.
Takuan von Arnim und Tim Hoek in den Weinbergen von Haute Cabrière
30 Hektar
Chardonnay und Pinot Noir
Franschhoek, Südafrika
Eine Flasche Pierre Jourdan Cap Classique wird geöffnet

Ein Hugenotte und die von Arnims

Wer dahintersteht

1694 besiedelten Hugenotten das Tal, aus Frankreich geflohene Protestanten. Einer von ihnen, Pierre Jourdan, bekam dieses Stück Land. An die Franzosen erinnert bis heute der Name des Ortes. Franschhoek heißt „französische Ecke".

Seit 1982 gehört das Anwesen der Familie von Arnim, die deutscher Abstammung ist. Achim von Arnim baute Haute Cabrière auf und gab seiner ersten Schaumweinreihe den Namen Pierre Jourdan, nach dem Mann, der das Land 300 Jahre vor ihm erhalten hatte.

Heute führt die zweite Generation das Haus. Takuan von Arnim verantwortet die Weine, Tim Hoek ist der Kellermeister.

Arbeit an den Trauben im Weinberg von Haute Cabrière

Ein Tal, an drei Seiten geschlossen

Warum es hier anders schmeckt

Weil Berge das Tal einfassen, kommt die Sonne morgens spät über den Kamm und bleibt abends lange auf den Reben. Die Trauben reifen dadurch langsam und gleichmäßig. Zugleich ist es hier kühler als in den Nachbarregionen, und es regnet mehr. Beides, sagt das Gut, gibt den Weinen ihre mineralische Note, jenen Anklang an Stein, den man eher spürt als schmeckt.

Die 30 Hektar Reben stehen auf Ost- und Westhängen. Unten wurzeln sie in sandigen Schichten über altem Schwemmmaterial, weiter oben im Sandstein, demselben Gestein, aus dem der Tafelberg bei Kapstadt besteht.

Festgelegt hat sich das Haus auf zwei Sorten. Chardonnay und Pinot Noir. Was es daraus macht, steht unter den Weinen.

Gewölbekeller mit Holzfässern bei Haute Cabrière

Ein Keller im Berg

Wie der Wein entsteht

Der Keller ist in den Berghang getrieben und geht über mehrere Ebenen. Das ist eine Entscheidung gegen die Pumpe. Trauben, Most und Wein bewegen sich weitgehend von selbst, weil jede Station tiefer liegt als die vorherige.

Was das im Glas ausmacht, lässt sich erklären. Jedes Pumpen ist mechanischer Druck auf Beeren, Schalen und Hefe. Was nicht gepumpt wird, wird auch nicht gequetscht.

Aus den beiden Sorten entstehen vier Linien. Tranquille, Pierre Jourdan für die Schaumweine, Haute Cabrière für die Stillweine und Haute Collection für Weine einzelner Lagen. Die Schaumweine entstehen nach traditioneller Flaschengärung. Die zweite Gärung, die die Kohlensäure erzeugt, findet in der Flasche statt. Am Kap heißt das Méthode Cap Classique.

Haute Cabrière Chardonnay mit Glas und Speisebegleitung

Die stille Cuvée

Was das Haus sonst ausmacht

Chardonnay und Pinot Noir sind am Kap vor allem die Trauben für Schaumwein, und Achim von Arnim gehörte nach eigenen Angaben zu den ersten, die dort nach traditioneller Flaschengärung arbeiteten.

Dann stellte er eine Frage, die bis dahin niemand am Kap gestellt hatte, so erzählt es das Gut. Was passiert, wenn man beide Sorten zusammenbringt und es dabei belässt, ohne zweite Gärung, also ohne Kohlensäure? Herausgekommen ist eine stille Cuvée, ein Verschnitt beider Sorten ohne Perlen, für die das Haus heute bekannt ist. Der Reiz liegt in der Spannung zwischen den beiden. Chardonnay bringt Frische, Struktur und eine mineralische Kante mit, Pinot Noir rote Frucht, Würze und eine seidige Textur.

Zwei Rebsorten, ein Tal, ein Berg voller Gewölbe: Dieses Haus hat mehr weggelassen als hinzugefügt.

Sektkühler mit mehreren Flaschen und aufgereihten Sekt-/Weingläsern auf Holztisch vor Berglandschaft

Kunst an der Kellerwand

Wenn man hinkommt

Beim Besuch sieht man mehr als Fässer. Achim von Arnim malt, und seine Bilder hängen dort, wo gearbeitet wird: im Keller, im Restaurant, im Verkostungsraum.

Der Verkostungsraum hat eine Fensterfront zum Tal, sodass man beim Probieren die Hänge sieht, von denen die Trauben kommen. Im Laden stehen neben den Flaschen Eingemachtes und Kleinigkeiten aus der eigenen Küche, zum Teil nach Rezepten, die in der Familie weitergegeben wurden.

Freitags mittags trifft man Takuan von Arnim mit einiger Wahrscheinlichkeit selbst an einem der Tische an.

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