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Bergmassiv (Simonsberg) im roten Abendlicht mit Vogelschwarm, sehr breites Panoramaformat

Paarl, Südafrika

1945 von Traubenbauern gegründet

  • Zusammenschluss von Traubenbauern
  • zwischen zwei Bergketten

Simonsvlei

Karte der Umgebung mit Kapstadt, Franschhoek, Paarl; der hervorgehobene Punkt markiert das Weingut Simonsvlei bei Paarl

Auf der Karte

Wo das liegt

Simonsvlei hat seine Adresse an der alten Straße nach Paarl, östlich von Kapstadt, eingebettet zwischen Bergen, auf der einen Seite der Simonsberg.

Der Leitsatz eines der Gründer hat sich gehalten: gute Weine zu bezahlbaren Preisen. Wer hier eine Flasche öffnet, trinkt die Arbeit vieler Betriebe, nicht die eines einzelnen Guts.

Der Name setzt sich aus zwei Dingen zusammen, die man vor Ort sieht: dem Simonsberg, und dem Feuchtgebiet, das man am Kap „vlei“ nennt.
Das weiße Hauptgebäude des Weinguts Simonsvlei in Paarl
Zusammenschluss von Traubenbauern
zwischen zwei Bergketten
Paarl, Südafrika
Außenansicht des Weinguts mit Bogenfenstern, Blumenkästen und Gastgarten bei Sonnenuntergang

Gegründet im Nachkriegsjahr

Wer dahintersteht

Simonsvlei entstand 1945. Eine Gruppe von Traubenbauern der Gegend beschloss, ihre Ernten gemeinsam zu keltern, statt dass jeder sie für sich vermarktet. Die Weinbereitung der frühen Jahre prägte vor allem ein Mann, den das Gut bis heute Oom Sarel nennt, Onkel Sarel. Unter seiner Anleitung, so heißt es dort, entwickelte sich die Kellerarbeit und blühte auf.

Von den Gründern ist einer namentlich überliefert. Sonny le Roux, dem der Leitsatz zugeschrieben wird, gute Weine müssten bezahlbar bleiben. 80 Jahre später ist das immer noch die Linie des Hauses.

Der zweite Teil des Namens ist schnell erklärt: „vlei" heißt am Kap Feuchtgebiet, und ein solches prägt die Umgebung des Guts. Der erste Teil geht nach den Unterlagen des Guts auf Simon van der Stel zurück, eine der Gründerfiguren des Kapweinbaus.

Geerntete Rotweintrauben in einem Weinberg von Simonsvlei

Zwischen den Bergen

Warum es hier anders schmeckt

Die Lage zwischen den Bergen und das Feuchtgebiet davor geben dem Ort ein kühles Kleinklima. Der Wind, der über das Feuchtgebiet streicht, kommt gekühlt an. Er kühlte die Keller und die Fässer darin, lange bevor jemand Kältetechnik einbauen konnte. Solche Winde bewahren die Frische der Weine. Der Name beschreibt also einen Standortvorteil.

Das Jahr teilt sich klar: feuchte, kühle Winter und trockene, heiße Sommer. Wie bei jedem Zusammenschluss kommen die Trauben von den Betrieben der Mitglieder rund um Paarl. Die beschriebenen Bedingungen gelten für die ganze Gegend, nicht nur für den Hof.


Holzfässer im Weinkeller von Simonsvlei

Im Keller von Helena Senekal

Wie der Wein entsteht

Im Keller steht Helena Senekal, Winzerin und Kellermeisterin in einem. Was bei ihr ankommt, sind die Trauben der Mitgliedsbetriebe. Was daraus wird, entscheidet sich je nach Wein.

Zwei Weine zeigen, wie hier mit Holz gearbeitet wird. Der Ja Mocha Pinotage und der Toffee Chunk Syrah schmecken nach Mokka und Karamell. Die Noten kommen, so das Gut, aus einer bewusst hohen Dosis französischer und amerikanischer Eiche beim Ausbau, der Reifung nach der Gärung. Ein Merlot der Vineyard Selection reift dagegen im Edelstahltank mit eingelegten Holzstäben, der Shiraz derselben Reihe einige Monate im französischen Fass. Syrah und Shiraz sind übrigens dieselbe Traube. Am Kap ist meist der zweite Name üblich.

Den Cap Classique des Hauses macht Helena Senekal ebenfalls. So heißt am Kap der Schaumwein, dessen zweite Gärung in der Flasche stattfindet. Bei den Rebsorten hat das Haus klare Schwerpunkte. Chenin Blanc gilt als die Stärke. Auf der roten Seite stehen Pinotage, die südafrikanische Rebsorte, und Syrah.

Eine Trophäe für den besten Schaumwein des Landes geht selten an ein Haus, das für bezahlbare Weine gebaut wurde. Genau deshalb zählt sie hier doppelt.

Weinflaschen im Lager und Reifekeller von Simonsvlei

Viele Schubladen, ein Grund

Was das Haus sonst ausmacht

Das Programm ist breit: neben den Standardreihen eine Reserve-Linie, eine Lagenauswahl, eine Einstiegsreihe, sogar eine portugiesisch inspirierte, dazu Schaumwein und halbperlende Weine.

Das wirkt zerfasert, ist aber die Folge der Bauart. Ein Zusammenschluss bekommt Trauben von vielen Betrieben und aus vielen Lagen. Ein einziger Stil ließe sich daraus nur machen, wenn man den größeren Teil wegwürfe.

Simonsvlei Wein mit Speise im Restaurant des Weinguts

Essen, Bier und Wein

Wenn man hinkommt

Zum Gut gehören ein Verkostungsraum und zwei Lokale: das Restaurant Tuga und ein Bistro, in dem Bier der Karoo Craft Breweries ausgeschenkt wird. Ein Weingut, das Bier ausschenkt, wirkt zunächst wie ein Widerspruch. Es passt aber zu einem Haus, das seit 80 Jahren für den gewöhnlichen Abend baut.

Für die Verkostung wird um Reservierung gebeten. Auf den Tisch kommt dazu eine Platte mit Käse, Aufschnitt, frisch gebackenem Ciabatta und Oliven.

Elke Bastert, Inhaberin Weinkontor Bastert

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